Alle Datenpannen aus Vereinigte Staaten
14.07.2010
Pornografie gibt es ja im Netz genug. Manch einer will aber vielleicht nicht nur oberflächlich konsumieren, sondern interessiert sich auch für die Hintergründe. Solche Klienten sind beim US-amerikanischen Pronounternehmen Adam and Eve genau richtig. Auf deren Server waren sämtliche Informationen über die Entstehung der Pornos, ihre Darsteller und Gewinne frei aus dem Internet zugänglich. Der Server war lediglich durch ein vom Hersteller vergebenes Standardpasswort geschützt, welches im Server-Handbuch verzeichnet ist. Wie Gulli berichtet, waren auf den Festplatten private und geschäftliche Daten vermischt:
Verträge, Vorlagen für Pressemitteilungen und Kostenkalkulationen von laufenden und zukünftigen Produktionen sind dort zu finden. So auch diverse Abrechnungen, digitalisierte Quittungen von Hotelaufenthalten, Providerabrechnungen, Strategiepapiere gegen unerlaubte Streaming-Webseiten und vieles mehr. Die Bilder der Geburtstagsbilder [sic] des Sohnes sind auf der Platte des CEOs nur eine Schublade von den Hardcore-Bildern der Models entfernt. Zu finden sind aber auch Excel-Dateien mit Einladungslisten der Big Player der Pornoindustie für Partys inklusive E-Mail-Adresse von Darstellern, Kameraleuten etc. Daneben finden sich Flowcharts, Lizenzverträge, Bilder des Geschäftsführers aus Stretch-Limousinen mit leicht bekleideten Begleiterinnen und vieles mehr.
15.06.2010
Keine zwei Wochen sind vergangen und der Telekom-Riese AT&T leckt erneut Kundendaten. Beim Bestellvorgang wurden einige der Kunden auf falsche Profile weitergeleitet. Sie konnten sich so zum Beispiel deren Adressen und Telefonrechnungen anzeigen lassen. Den Fehler könnte ein ungetestetes Sicherheitsupdate ausgelöst haben.
09.06.2010
Das amerikanische Telekommunikationsgroßunternehmen (schönes Wort) AT&T hat in den Vereinigten Staaten einen Exklusivvertrag mit Apple für den Verkauf des iPad. Nutzer können, bei entsprechender technischer Ausstattung über das Mobilfunknetz ins Internet gehen und dabei auch auf spezielle iPad-Services von AT&T zugreifen. Eine solche Anwendung ermöglichte es, auf Anfrage, anhand der ID der SIM-Karte, die E-Mail-Adresse des Benutzers zuermitteln.
Eine Hackergruppe hat dies genutzt, um die E-Mail-Adressen von 114.000 iPad-Besitzern zu sammeln. Dazu wurde ein kleines PHP-Skript geschrieben, welches mit der Bruteforce-Methode (Durchprobieren) kontinuierlich SIM-IDs an die Anwendung sendet und E-Mail-Adressen empfängt. Zusätzlich wurde der User-Agent des Rechners manipuliert, um gegenüber dem AT&T-Server ein iPad zu simulieren.
Update: Mittlerweile ermittelt das FBI gegen die Hacker-Gruppe mit dem Namen „Goatse“. Unter den E-Mailadressen befanden sich auch solche von ranghohen Pentagon-Beamten.
24.04.2010
Kirllos, nennt sich ein russischer Cracker, der zur Zeit in einschlägigen Foren und darüber hinaus auf sich aufmerksam macht. In Marktschreiermanier werden Facebook-Accounts feil geboten. Schon für sagenhafte 25 US-Dollar sind die Logins zu 1000 Accounts zu haben. Für 20 Dollar Aufschlag gibt es Deluxe-Accounts mit vielen Freunden und hoher Aktivität.
Nach Angaben der US-Sicherheitsfirma VeriSign sollen bereits die Passwörter zu mindestens 700.000 Accounts verkauft worden sein. Im Angebot sind zur Zeit allein von diesem Cracker rund 1,5 Millionen Zugangsdaten für Facebook. Da mit einem Login nicht nur die persönlichen Daten des Opfers, sondern auch die persönlichen Daten von dessen Freunden zu haben sind, sowie das Vertrauen dieser Freunde, verbirgt sich dahinter ein enormes Potential.
Die ORF Futurezone mutmaßt, dass die Daten über Phishing-Angriffe gewonnen wurden. Hier kann in Sozialen Netzwerken der “Freunde”-Faktor ausgenutzt werden. Viele Benutzer vertrauen Links in E-Mails, die scheinbar von ihren “Freunden” kommen.
24.04.2010
Blippy ist das neue Soziale Netzwerk für Totalexhibitionisten. Der Kern ist eine Art Microblog, welches sich über die getätigten Einkäufe füllt. Beim bezahlen mit Kreditkarte werden die gekauften Produkte, einfach online im eigenen Profil, für alle Freunde zugänglich gemacht. Die Plattform befand sich bis vor kurzem in einer Betaphase. Durch einen technischen Fehler sind dabei wohl die Kreditkartendaten einer Hand voll Nutzer ebenfalls auf der Webseite gelandet. Das Problem wurde laut Blippy behoben und die entsprechenden Daten aus dem Google-Cache gelöscht. – An dieser Stelle sei die Frage erlaubt, was eigentlich mit dem Cache anderer Suchmaschinen und Archivdienste ist? – Wer sich allerdings derartig im Internet entblößt, wird von so einer “kleinen” Panne sicherlich nicht beunruhigt sein.
23.04.2010
Nach einem Laptop-Diebstahl aus dem Airbus-Mutterwerk in Toulouse (Südfrankreich) wurde bekannt, dass sich auch zahlreiche Baupläne unter anderem in dem bei Konstrukteuren verbreiteten CAD-Format frei zugänglich in Peer-to-Peer-Netzen finden. Entsprechende Torrents finden sich laut Gulli bei The Pirate Bay. Auch zu Modellen des US-amerikanischen Unternehmens Boenig sollen entsprechende Pläne vorliegen. Es wird vermutet, dass zumindest die Boeing-Daten direkt von deren Servern stammen.
31.03.2010
Wie jede große Online-Plattform speist auch Facebook regelmäßig in den Nachtstunden neuen Code in sein System ein. Diesmal gab es dabei allerdings Probleme, die dazu führten, dass auch E-Mail-Adressen von Nutzern angezeigt wurden, die dies eigentlich verbieten.
Facebook ist derzeit auch wegen zu lascher Datenschutzbestimmungen im Gerede.
13.01.2010
In diesen Tagen ist in den Medien von Googles Rückzug aus China zu lesen. Ausgelöst wurde dies von einem Hackerangriff, der – zumindest laut google – in geringen Umfang Erfolg hatte. So konnten Kontoinformationen und Betreffzeilen von zwei E-Mail-Konten eingesehen werden.
19.11.2009
Der us-amerikanische Krankenversicherer Health Net hat bereits im Mai eine tragbare Festplatte mit zahlreichen Kundendaten verloren – wie so oft unverschlüsselt.
Die Datenbank enthielt Sozalversicherungsnummern, Bankverbindungen und medizinische Daten von 1,5 Millionen Patienten. Außerdem waren persönliche Daten von etwa 5.000 Ärzten enthalten.
Der Fall wurde erst jetzt öffentlich, da die Versicherungsgesellschaft sechs Monate benötigte um herauszufinden, was für Daten sich vermutlich auf der Platte befanden. Außerdem wurde das Sicherheitsrisiko heruntergespielt, indem behauptet wurde, dass die Daten mit einem speziellen Verfahren komprimiert seien, für das nur Health Net die entsprechende Dekomprimierungssoftware hätte.
18.11.2009
Einige US-Amerikaner dürften sich in den letzten Tagen über Postkarten gewundert haben, auf denen ihr Name und direkt daneben ihre Sozialversicherungsnummer – offen und für jeden lesbar – stand.
Diesen Unfug hatte eine vom Universal American Action Network beauftragte Druckerei verzapft. Das Universal American Action Network ist ein Tochterunternehmen des Krankenversicherers Universal American Insurance. Delikat ist an dem Fall wohl auch noch, dass die Druckerei überhaupt Zugriff auf diese Daten hatte.