23.04.2010
Nach einem Laptop-Diebstahl aus dem Airbus-Mutterwerk in Toulouse (Südfrankreich) wurde bekannt, dass sich auch zahlreiche Baupläne unter anderem in dem bei Konstrukteuren verbreiteten CAD-Format frei zugänglich in Peer-to-Peer-Netzen finden. Entsprechende Torrents finden sich laut Gulli bei The Pirate Bay. Auch zu Modellen des US-amerikanischen Unternehmens Boenig sollen entsprechende Pläne vorliegen. Es wird vermutet, dass zumindest die Boeing-Daten direkt von deren Servern stammen.
10.04.2010
Auch in diesem Jahr werden die Wacken Firefighters das weltgrößte Metal-Festival, im holsteinischen Wacken, eröffnen. Alle rund 75.000 Karten sind bereits jetzt verkauft. Metal-Fans, die ihr Ticket per Kreditkarte erworben haben, könnten diesmal allerdings von einem Datendiebstahl betroffen sein. Obwohl der Kartenverkauf bereits abgeschlossen ist, waren die Kreditkartendaten auf einem Server gespeichert und vermutlich unzureichend gesichert. Kriminelle haben die Daten entwendet und bereits Geld von einigen Konten abgebucht.
03.04.2010
... ist zwar nicht der nächste Filmtitel des Magierklassikers, dafür aber eine Erklärung für den Drehbuchverlust. Der letzte Band vom Zauberlehrling “Harry Potter and the Deathly Hollows” wird derzeit verfilmt. Einen anstrengenden Drehtag ließ die Crew wohl in einem Pub ausklingen. Ein Gast fand später unter dem selben Tisch das bisher geheim gehaltene Drehbuch und übergab es der Sun.
31.03.2010
Wie jede große Online-Plattform speist auch Facebook regelmäßig in den Nachtstunden neuen Code in sein System ein. Diesmal gab es dabei allerdings Probleme, die dazu führten, dass auch E-Mail-Adressen von Nutzern angezeigt wurden, die dies eigentlich verbieten.
Facebook ist derzeit auch wegen zu lascher Datenschutzbestimmungen im Gerede.
30.03.2010
Übersichtsblätter für Arztvisitten und Schichtübergaben sind in einem Krankenhaus nichts ungewöhnliches. Sie enthalten Informationen über die Patienten, wie Name, Geburtsdatum, Diagnose und natürlich die Zimmernummer. Ungewöhnlich ist aber, wenn solche vertraulichen Unterlagen von Passanten auf der Straße aufgelesen werden – so geschehen im Klinikum Kassel. Das Blatt listete die Diagnosen von etwa 20 Psychiatriepatienten: unter anderem paranoide Depression, dissoziale Persönlichkeitsstörung und paranoide Schizophrenie.
Das Krankenhaus bedauerte den Vorfall, vermutlich habe ein Mitarbeiter den Zettel nicht wie vorgesehen entsorgt, sondern in seiner Dienstkleidung vergessen und draußen verloren. Die Klinik hat den Landesdatenschutzbeauftragten informiert und will die Mitarbeiter nun durch eine Schulung sensibilisieren.
25.03.2010
Neulich stand der Gebührenbeauftragte des Mitteldeutschen Rundfunks vor meiner Tür. Der war dabei “verdächtige” Haushalte abzuklappern. Wie sich schnell herausstellte, war meine Adresse einfach nicht aktualisiert. Warum die GEZ nur neue Adressen von den städtischen Meldestellen bezieht und keine Adressänderungen, wollte er mir aber nicht sagen.
Auch der Hessische Rundfunk schickt die “Eintreiber” im Auftrag der GEZ in die Haushalte. Die sind ausgestattet mit Karteien über Zahler und potentielle schwarze Schafe. Nicht schlecht staunte ein Autohändler im mittelhessischen Vogelsbergkreis, als er, nach einer Probefahrt, eine solche Kartei in einem seiner Neuwagen entdeckte. Auf den Karteikarten sind Namen, Adressen und Bankverbindungen aufgedruckt, ergänzt durch handschriftliche Notizen über verwandschaftliche Beziehungen. Der Hessische Rundfunk spielte den Vorfall herunter: “Er habe die Karten aber nicht auf den Müll oder die Straße geworfen, sondern lediglich in einem Auto gelassen,” zitiert der Kreis-Anzeiger die zuständige Abteilungsleiterin.
20.03.2010
Krakau, Utrecht, Rotterdam und Dessau – schöne Reisen hat sich der Aufsichtsrat der Wohn- und Stadtbau Münster immer wieder gern geleistet. Gerechtfertigte Bildungsreisen, findet der Aufsichtsrat. Die Staatsanwaltschaft findet sie einfach “unverhältnismäßig” – und hat deshalb einen Prozess gegen die Aufsichtsratsmitglieder angestrengt.
Bei einer Radfahrt durch Münster hatte der Verteidiger jedoch einige geheime Unterlagen verloren. Sie waren ihm unbemerkt aus dem Körbchen gefallen und von Passanten aufgehoben worden: 21 Seiten, die verraten, wer für welche “Dienstreise” abgestimmt hat.
08.03.2010
Wie in jedem Jahr erhielten die erfolgreichen unter den Teilnehmern des Münster Marathons auch Ende 2009 eine DVD mit Film und Urkunde. Allerdings folgte diesmal der Ersten bald eine Zweite, mit Brief und Rückumschlag. Rückumschlag? Genau, der Veranstalter forderte die Teilnehmer auf die erste DVD umgehend zurückzusenden, da sie einen technischen Fehler enthalte. Zudem sollte eine Erklärung unterschrieben werden, dass die DVD nicht kopiert wurde.
Wem das komisch vorkam, der konnte entweder die alte DVD durchsuchen oder schon bald in der Zeitung lesen, was der Grund war: Die Veranstalter hatten versehentlich die komplette Teilnehmerdatenbank mit auf die DVD pressen lassen – selbstverständlich ohne Passwortschutz: Geburtsdaten, Bankdaten, Anschriften und E-Mail-Adressen von 3500 Teilnehmern.
Bemängelt wurde vorallem, dass die Teilnehmer allein aus der Presse über die Panne aufgeklärt wurden. Das Vorgehen war aber angeblich so mit dem Landesdatenschutzbeauftragten abgesprochen. Da es sich vermutlich nicht um einen vorsätzlichen Verstoß handelt, wird kein Bußgeld verhängt. Warum eigentlich nicht?
16.02.2010
Die Gefahr zentraler staatlicher Datensammlungen, zeigt sich aktuell beim lettischen Finanzamt. Eine Hackergruppe ist auf ein Leck in einem Online-Formular der Behörde gestoßen, durch welches Steuerdaten von Unternehmen und Bürgern abrufbar waren. Laut Futurzone waren insgesamt 7,4 Millionen Datensätze aus drei Monaten verfügbar.
15.02.2010
Durch Unachtsamkeit bei der ARGE im Kreis Coesfeld erhielt ein Arbeitslosengeld-II-Empfänger eine Liste mit insgesamt 400 weiteren Bedarfsgemeinschaften aus dem Landkreis. Die Liste enthielt Adressdaten, Informationen zu Miete, Nebenkosten und Wohnungsgröße, sowie die Anzahl der Personen der Bedarfsgemeinschaft.
Der ALG-II-Empfänger hatte die Liste in Zusammenhang mit einem Gerichtsverfahren erhalten. Die ARGE hatte die Liste dem Gericht zugestellt, welches sie diesem wiederum ungekürzt zugänglich machte.